„Wenn eines bei der Anhörung zum neuen Uni-Strukturgesetz der Landesregierung klar wurde, dann dies, dass der Uni-Standort Landau sowohl aktuell, als auch für die Weiterentwicklung völlig unterfinanziert ist und nun in ein bundesweit einmaliges Experiment mit unsicherem Ausgang getrieben wird“, so CDU-Landtagsabgeordneter Peter Lerch, der gleichzeitig Mitglied des zuständigen Wissenschafts-Ausschusses des Landtages ist.

Nach dem Scheitern der Doppel-Uni Kaiserslautern/Trier und dem offensichtlichen Scheitern der Doppel-Uni Koblenz/Landau soll nun mit der Doppel-Uni Kaiserslautern/Landau ein weiterer Versuch auf diesem unseligen Weg gestartet werden. Ein solcher Entwicklungsprozess ist bundesweit absolut einmalig. Einmalig deshalb, weil hier eine Doppel-Uni aufgelöst, ein Teil (Koblenz) in die Selbständigkeit entlassen und der andere Teil (Landau) von der Landesregierung in eine neue Doppelstruktur gezwungen werden soll. Von einer „Zwangsheirat“ hat die regionale Presse hierzu unverblümt geschrieben. 

Jetzt, nachdem die Selbständigkeit von Koblenz wohl gesetzt ist, bedarf es für Landau einer baldigen Teilselbstständigkeit, um überhaupt handlungs- und entscheidungsfähig für die Entflechtung zu sein. Aber auch für die Gespräche mit der TU Kaiserslautern ist dies zwingend nötig, wie OB Thomas Hirsch im Rahmen der Anhörung forderte. Hierbei sollten diese Gespräche ergebnisoffen geführt werden, was eine Fusion aber auch eine Kooperation bedeuten könnte. Für diese avisierte Umstrukturierung bedarf es jedoch deutlich mehr Landesmittel. Während das Land ganze 8 Mio. Euro für die Umstrukturierung aller 3 Standorte derzeit offeriert, haben alle 27 Mitglieder des Senats der Uni Koblenz/Landau einen Bedarf von über 30 Mio. Euro errechnet und dies in einem schlüssigen „Fact-Sheet“ begründet.

Wie insgesamt die Grundfinanzierung der Landauer Uni äußerst dürftig ist. Die Anhörung hat dies wieder ungeschminkt bloßgelegt. Die Unis in Rheinland-Pfalz liegen bei der Finanzausstattung im bundesweiten Vergleich unter 16 Bundesländern auf dem drittletzten Platz. Innerhalb von Rheinland-Pfalz wiederum hat Koblenz-Landau die geringsten Finanzmittel. Nach Berechnungen der Uni Landau stehen bei der nun vorgesehenen finanziellen Grundausstattung 100 Arbeitsplätze auf der Kippe. Und die Vertreterin des Landauer ASTA befürchtet den Wegfall von bis zu 3000 Studienplätzen.

Darum frage ich die Landesregierung: „Warum wird der Uni-Standort Landau so stiefmütterlich behandelt? Dies muss endlich ein Ende haben. Im Interesse unserer Uni fordere ich deshalb mit allem Nachdruck: Eine schnellstmögliche Teilautonomie, eine verbesserte finanzielle Grundausstattung zum Erhalt der Arbeitsplätze und der Studienplätze sowie eine massive Erhöhung der Mittel für die Umstrukturierung. Ich fordere aber auch die örtlichen politischen Vertreter der Mainzer Regierungskoalition auf, im Interesse der Uni Landau, sich diesen Forderungen anzuschließen. Lasst uns gemeinsam für den Erhalt und die Zukunft unserer Universität kämpfen“, so abschließend Lerch.