„Viele Untersuchungen haben ergeben, dass unsere Schulen keine coronafreien Zonen sind, weshalb wir nicht gerade so weitermachen können wie bisher, sondern verstärkt auf Wechselunterricht, der Kombination von Präsenz- und Onlineunterricht setzen müssen“, so CDU-Landtagsabgeordneter Peter Lerch in einem aktuellen Brief an Bildungsministerin Stefanie Hubig.

Auch in dem vom Bildungsministerium einberufenen Expertengespräch wurde von einer „hohen Dunkelziffer“ in den Schulen gesprochen. Die Vorsitzende des Philologenverbandes, Cornelia Schwarz bemerkte: „Wir wissen nicht wirklich, was an den Schulen los ist. Wir fahren im Blindflug“. Virologen empfehlen aktuell einen früheren Ferienbeginn und den Einsatz von Wechselunterricht, also abwechselnd als Präsenz- und Online-Unterricht bereits ab der fünften Klasse. Und eine aktuelle Großstudie aus Österreich bestätigt, das „Sars-CoV-2 befällt ähnlich viele Schüler wie Lehrer – und die Kleinen infizieren Erwachsene“.

Gewiss, der Präsenzunterricht ist und bleibt die beste Unterrichtsform, weshalb daran so lange als möglich festgehalten werden sollte. Die Pandemie-Entwicklung hat inzwischen jedoch Dimensionen angenommen, dass die Schulen klare Regelungen des Landes benötigen, wann und unter welchen Bedingungen sie mit dem Wechselunterricht beginnen können. „Auf meine konkrete Nachfrage, an den Vertreter des Bildungsministeriums in der Sitzung des Familienausschusses, kamen nur allgemeine Hinweise, dass man die Situation weiter beobachten werde“. Für Lerch ist dies zu wenig, zu wenig um das Risiko der Pandemie in den Schulen einzudämmen, zu wenig um den Schulen Sicherheit zu vermitteln. Aus vielen Gesprächen mit Schülern, Eltern und Lehrern habe er den starken Eindruck gewonnen, dass genau dies fehlt.

Die Verweise des Ministeriums, man könne das Problem bewältigen, wenn man alle 20 Minuten für 3-5 Minuten lüftet. Dass dies auch im Winter kein Problem sei, weil dadurch die Raumtemperatur nur 2-3 Grad Celsius senken würde, darf getrost bezweifelt werden.

In der aktuell fragilen Situation fordere ich Bildungsministerin Hubig nachhaltig auf, endlich klare Regelungen zu treffen, wann und unter welchen Bedingungen die Schulen statt des Präsenzunterrichts den Wechselunterricht anbieten dürfen. Dies würde wesentlich dazu beitragen um den betroffenen Menschen Orientierung und Sicherheit zu geben. Es wäre aber auch ein wesentlicher Beitrag um die Auswirkungen der Corona-Pandemie einzudämmen“, so Lerch abschließend.