„Beim Neubau der Horstbrücke wurden auch die Aspekte einer potentiellen Elektrifizierung der Schienenstrecke Karlsruhe – Neustadt/W. thematisiert und entsprechend berücksichtigt“, das ist das Ergebnis einer Anfrage, des CDU-Landtagsabgeordneter Peter Lerch.

Lerch selbst war überrascht, als er vor wenigen Tagen aus der Rheinpfalz erfuhr, dass „die Landauer Horstbrücke, einschließlich des erst kürzlich eingeweihten Neubaus, ……… nicht hoch genug für die Oberleitung“ einer Elektrifizierung sei. Nachdem auch in seinem Video-Gespräch mit südpfälzer Bürgern zu Mobilität dies angesprochen wurde, wollte es Lerch genau wissen und fragte ganz offiziell bei Oberbürgermeister Thomas Hirsch an. Die Antwort war verblüffend, aber durchaus schlüssig.

Bei Planung und Bau der Brücke wurde die für diese Bahnlinie zuständige DB Netz AG rechtzeitig einbezogen und hat hierzu auch Stellung bezogen. Danach weist die bestehende südliche Brücke eine Höhe von 5,40 m und die neue nördliche von 5,55 m aus. Die notwendige lichte Höhe von Bauwerken für eine Elektrifizierung beträgt hingegen 6,30 m. Zwar kann dieses Maß „in Abhängigkeit des Standortes und der örtlichen Gegebenheiten abgemindert werden“. Damit ist aber immer noch nicht beantwortet, was geschieht, wenn die Höhen der beiden Horstbrücken nicht ausreichend sind. Auch dies sieht die Bahn pragmatisch. Hätte sie nämlich auf einer lichten Höhe von 6,30 m bestanden, hätte sie auch die hierfür anfallenden Kosten für beide Brücken tragen müssen. Dann, so die DB Netz AG wäre es für sie doch „kostengünstiger, die Gradiente der Gleisanlagen bei einer Elektrifizierung auf das notwendige Maß anzupassen und tiefer zu legen“.

Letztendlich wurde bei der Planung und beim Bau der Horstbrücke die mögliche Elektrifizierung der Strecke also berücksichtigt und man hat sich bei der Bahn für die betriebswirtschaftlich günstigste Lösung entschieden. „Wesentlich dürfte jedoch sein, dass die beiden Horstbrücken einer späteren Elektrifizierung der Bahnstrecke – im wahrsten Sinn des Wortes – nicht im Wege stehen werden“, so abschließend Lerch.