MdL Peter Lerch fordert Landesregierung auf, die Finanzierung des Fremdsprachenunterrichts in Kindertagesstätten als Bildungsaufgabe einzustufen.

„Lerne die Sprache des Nachbarn“, so lautet schon seit vielen Jahren der Titel eines Förderprogramms, das die Fremdsprachenarbeit in Kindertagesstätten im Land Rheinland-Pfalz unterstützt. Im Rahmen des Kita-Zukunftsgesetzes hat das Land nun vorgesehen, dass dieses Programm eingestellt und die Finanzierung der Fremdsprachenarbeit über das Sozialraumbudget erfolgen soll. Die Finanzmittel, die das Land den Kreisen und Städten mit diesem Budget zur Verfügung stellt, sind jedoch auf die sozialräumlichen, nicht auf die geografischen Besonderheiten der jeweiligen Gebietskörperschaft ausgerichtet. Wie sich aufgrund einer Anfrage des Landtagsabgeordneten Peter Lerch ergeben hat, wurden aus dem bisherigen Förderprogramm „Lerne die Sprache Deines Nachbarn“ insgesamt ca. 11 % aller landesweiten Stellen für französische Spracharbeit ausschließlich im Landkreis Südliche Weinstraße finanziell unterstützt. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass sich gerade in den grenznah gelegenen Kindertagesstätten des Landkreises über viele Jahre hinweg eine nachhaltige und gut angenommene Bildungsarbeit zur Vermittlung der französischen Sprache etabliert hat. „Diese gewachsenen Strukturen stehen nun vor dem Aus“, so Peter Lerch, „weil das Land keine dauerhafte und verlässliche Finanzierungsmodalität mehr anbietet“.

Die vielgestaltigen Aufgaben- und Problemstellungen, die mit Hilfe des Sozialraumbudgets finanziert werden müssen, sind von stetiger Veränderung und steigendem Bedarf geprägt. Wenn demgegenüber jährlich von den Gebietskörperschaften eine Abwägung zwischen den Einflussfaktoren des Sozialraums und der dauerhaft erforderlichen Sicherung des französischen Fremdsprachenunterrichts erfolgen muss, ist erkennbar, dass der Fremdsprachenunterricht ständig in Frage steht.

Nach Mitteilung von Ministerin Hubig wird der Landkreis bei der Bemessung des Sozialraumbudgets nur mit ca. 2,22 % bedacht. Dies ist ganz ohne Gewichtung der tatsächlichen Situation erfolgt, also ob die Fremdsprachenarbeit stark ausgeprägt ist, wie im Landkreis Südliche Weinstraße, oder überhaupt nicht in einer Kommune angeboten wird. 

Für Lerch war der Aufbau der nun im Landkreis Südliche Weinstraße vorhandenen französischen Bildungsarbeit in den Kitas ein langwieriger und intensiver Prozess, dessen Ergebnis nun nicht gefährdet, sondern weiter verlässlich gefördert werden sollte.

„Dem Land sollte es – auch im Hinblick auf die deutsch-französische Partnerschaft – nicht gleichgültig sein, ob der Fremdsprachenunterricht in den Kitas des Landkreises SÜW angeboten werden kann oder nicht. Ich fordere daher die Bildungsministerin auf, rasch dafür zu sorgen, den französischen Sprachunterricht als Bildungsarbeit einzustufen und somit auch künftig eine separate und verlässliche Landesförderung erfährt, damit er zumindest im bisherigen Umfang angeboten werden kann“, so abschließend Lerch.