„Ob bei den Software-Lösungen in unseren Schulen, dem Online-Unterricht in den Fahrschulen oder dem Glasfaserausbau – alles Digitalisierungs-Themen, in welchen das Land Rheinland-Pfalz hinterherhinkt“, so die Erkenntnis des CDU-Landtagsabgeordnete Peter Lerch aus vielen Gesprächen.

Ein gutes Beispiel um dies zu belegen ist die in den Schulen eingesetzte Software für den Online-Unterricht. Viele Schulen lehnen die vom Land angebotenen Software-Lösungen „Moodle“ und „BigBlueBotton“ strikt ab, weil es oft nicht funktioniert und deutlich weniger Anwendungsmöglichkeiten eröffnet als das alternativ genutzte „MS-Teams“. Dieses deutlich bessere Anwenderprogramm wird den Schulen aber nur noch bis zu den Sommerferien erlaubt. Eine Verlängerung lehnte Ministerpräsidentin Dreyer in einer Video-Konferenz mit den rheinland-pfälzischen Schulleitern kategorisch ab. Lerch hält dies für falsch und hat in einem Brief die Ministerpräsidentin aufgefordert, „wie in Baden-Württemberg, mit dem Anbieter nach Wegen zu suchen um tatsächliche oder angebliche Lücken beim Datenschutz zu klären und eine gemeinsame Lösung zu finden“.

Ein weiteres Problem scheinen die mangelnden Möglichkeiten zu sein, auch bei den Fahrschulen des Landes Online-Unterricht anzubieten. In Zeiten rasant fortschreitender Digitalisierung und coronabedingter Einschränkungen, eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Lerch weist darauf hin, dass er seit Mai letzten Jahres für solche Möglichkeiten kämpft. Jetzt, nachdem Nachbar-Bundesländer diese Öffnungen schon länger praktizieren und die dortigen Fahrschulen aktiv in Rheinland-Pfalz um Kunden warben, jetzt hat sich das Wirtschaftsministerium für eine zeitlich befristete Lockerung erwärmen können. Aber was geschieht danach? Online-Angebote auf allen Ebenen, von den Unis, bis zur Erwachsenenbildung, von den Schulen bis zu den Betrieben, aber die Fahrschulen sollen dann wieder in längst überwunden geglaubte Zeiten zurückversetzt werden – ein Anachronismus findet Lerch.

Die Digitalisierung wird – ob wir dies wollen oder nicht – unser Leben immer mehr bestimmen. Ob im wirtschaftlichen, im gesellschaftlichen oder im schulischen Bereich. Von zentraler Bedeutung sind hierbei, Anschlüsse mit ausreichenden Kapazitäten. Während Rheinland-Pfalz immer noch auf die veraltete Kupferleitungen setzt und die Anbindung mit 50 Mbit groß feiert, ist die Entwicklung schon längst hierüber hinweg gegangen. Aktuell brauchen viele Nutzer, ob Selbständige, Unternehmen oder Unis/Schulen mindestens 100 Mbit. Aber auch das wird für künftige Anforderungen nicht reichen. Um diese Anforderungen zu bewältigen führt kein Weg an der Verbindung mit Glasfaser vorbei. Das scheint aber in Mainz immer noch nicht angekommen zu sein. Setzt die Landesregierung doch weiterhin auf den Ausbau mit kapazitätsbegrenzten Kupferleitungen.

„Wenn wir global, national, aber auch in unserer Region den Anschluss an die rasante Entwicklung nicht verlieren wollen, brauchen wir eine funktionierende Software für unsere Schulen, Optionen für Online-Unterricht auf allen Ebenen und einen flächendeckenden, zukunftsorientierten Ausbau mit der Glasfasertechnologie“, so Lerch abschließend.